Knotengarten
29. Januar 2008
Der Knotengarten ist ein Element der formalen Gartengestaltung aus der Renaissance. Die typisch englische Gartenform (engl. knot garden) besteht, wie in den Bildern ersichtlich, oftmals aus Bux. Als geometrische Form wird ein in sich verschlungener Knoten verwendet. Die Pflanzen werden so gesetzt, dass sie über- und untereinander zu wachsen scheinen. Diesen optischen Effekt erreicht man tatsächlich aber nur durch geschicktes Schneiden des Buxes. Das Wichtigste bei der Bepflanzung eines Knotengartens ist das Vorliegen eines guten Plans. Mit dieser Ausgangsbasis kann der Knoten auf der Erde aufgezeichnet oder ausgesteckt werden.
Bei genügend großem Bux kann dieser dann in seine erste Form gebracht werden und nach erstaunlich kurzer Zeit erreicht man schon gute Ergebnisse. Der Knotengarten auf dem Foto ist jetzt ca. fünf Jahre alt. Geschnitten wird er meist im August, allerdings nur bei mindestens drei Tage anhaltendem Schlechtwetter, da sonst die Gefahr groß ist, dass die starke Sonneneinstrahlung den Bux braun werden lässt. Einige braune Oberflächen werden sich meist nie vermeiden lassen, aber wenn man beim Schneiden auf das Wetter aufpasst, sind diese in wenigen Wochen wieder verschwunden. Um den ganzen Knoten zu schneiden bedarf es ca. ein bis zwei Tage.
Als Arbeitsgerät werden Heckenschere und Rasenkantenschere verwendet. Akkugeräte haben den Vorteil, dass sie wesentlich leichter sind als Benziner. Nachteilig ist natürlich die relativ kurze Stromversorgung von einer bis zwei Stunden bei Akkuscheren. Der Schnitt dieses Knotengartens dauert allerdings, wie gesagt, mindestens einen Tag und daher kommen meist Akku und Benziner zum Einsatz. Ein doppelseitiges Schneidmesser der Heckenschere erleichtert die Arbeit ungemein. Vor allem sind manche Stellen dieses Knotens eben nur von einer Seite erreichbar. Solange das Schneiden auch dauern mag, die Freude eines frisch geformten Knotengartens ist immens. Weitere Fotos dieses Knotengartens finden Sie hier.
Geschrieben in 
3. Februar 2008, um 13:41
Lieber Wolfi,
entgegen deinen Anweisungen habe ich unseren Bux leider nicht im August geschnitten.
Jetzt sind schon viele junge Triebe da, die gelblich sind. Wann soll ich jetzt schneiden?
Der Lavendel gibt glaube ich auch seinen Geist auf. Ist das nach 7 Jahren so und hast du Pflanzen zum nachsetzen?
liebe Grüße, Annemarie
3. Februar 2008, um 18:32
Hallo,
es freut mich sehr, dass mein “Tagebuch” schon so zahlreich gelesen wird und in Zukunft werden sicher noch viele hilfreiche Tipps dazukommen.
Grundsätzlich kann man den Bux in allen Monaten ohne “R” schneiden, sprich von Mai bis August. Um eine besonders schöne Form zu erhalten könnte man so zum Beispiel einmal im Mai und einmal im August schneiden. Ich persönlich schneide einmal im Jahr und zwar im August. Ideal wäre, wenn man bei drei Tage andauerndem Schlechtwetter schneidet um die direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Wegen der gelblichen Triebe würde ich mir noch keine Sorgen machen.
Den Lavendel sollte man nach der Blüte schneiden oder erst im Frühjahr. Der Lavendel beginnt vom Boden weg zu verholzen. Der Rückschnitt sollte bis zur Verholzung erfolgen. Sprich man sollte nicht mehr ins “alte” Holz schneiden. Es kann durch die Verholzung also durchaus sein, dass er nach vielen Jahren nicht mehr schön aussieht. Ich habe tatsächlich noch viel Lavendel in Töpfen, da er sehr leicht zu vermehren ist.
Viele liebe Grüße,
Wolfgang
5. Mai 2008, um 12:10
Hallo,
der Knotengarten ist wirklich beeindruckend. Ich schaue mir die Fotos immer wieder an. Schade, dass der Garten der Geheimnisse so weit weg ist, sonst würde ich mir den Buchsknoten mal in Natura ansehen.
Ich suche noch nach einer Idee/ Vorlage für meinen Vorgarten für ein Jahrhunderwendehaus. Wie groß ist etwa der Durchmesser des Buchsknotens, muss eine Mindestgrösse eingehalten werden? Wurde eine spezielle Buchssorte verwendet? Wie bekommt man den Entwurf/ Plan auf den Boden, gibt es da einen Trick? Gibt es empfehlenswerte Literatur zu diesem Thema mit eventuellen Vorlagen ? Über eine Anwort würde ich mich sehr freuen.
Viele Grüße aus Bonn
Claudia Morgenstern
10. Mai 2008, um 21:49
Dankesehr. Der Durchmesser beträgt in etwa 4 bis 5 Meter. Das schöne am Knotengarten ist unter anderem, dass er auf einem Hang liegt, wobei der Bereich des Buxknotens waagrecht aufgeschüttet wurde. Somit hat man die Möglichkeit den Knoten von oben zu betrachten. Eigentlich wurde keine spezielle Sorte verwendet. Gesetzt wurde strikt nach Plan. Besondere Tips gibt es eigentlich keine. Zuerst werden die Bux aufgestellt und wenn sie richtig stehen, eingegraben.
Im Oktober wird ein deutschsprachiges Buch von Frau Dr. Lammerting (www.englischer-garten-koeln.de) erscheinen, das das Thema Knotengärten beinhalten wird. Allerdings ist der Titel noch unbekannt. Wenn es soweit ist, werde ich es aber sicherlich hier erwähnen.
4. Juni 2009, um 07:04
Hallo,
ich finde Knotengärten wunderschön. Können Sie mir ein paar Tips zum Anlegen eines solchen Gartens geben? Wie groß ist z. B. der Pflanzabstand der einzelnen Buchspflanzen? Muß die Erde vor dem Pflanzen besonders behandelt werden? Auf Ihre Antwort freue ich mich schon.
Viele Grüße aus Luxembourg
Christiane Niebelschütz
23. April 2011, um 01:26
Geehrte Wolfgang!Ich will Buchsbäume einpflanzen.Die Erde ist bei mir im Garten,sehr lehmig und hart.Ich will viel Sand und gemahlene Backsteine dazugeben,damit sie lockerer wird.Was meinen Sie?Alle schreiben :”Für die Buchs sauere Erde ist schlecht”wie kann man uberhaupt das bemessen oder erkennen?